Seit 2017 begleite ich als Psychomotorik-Therapeutin und ADHS-Coach Kinder, Jugendliche und ihre Familien. In dieser Zeit durfte ich über 100 Familien unterstützen und einen grossen Erfahrungsschatz in der Begleitung von ADHS sammeln.
Meine praktische Erfahrung habe ich durch fundierte Weiterbildungen im ADHS-Coaching bei Marianne Flury sowie in Entwicklungspsychologie und Nervensystemregulation bei der Koryphäe Marianne Bentzen ergänzt. So vermittle ich in meinen Begleitungen, nicht nur warum etwas schwerfällt, sondern zeige konkrete Wege auf, wie Veränderung entsteht und es leichter werden kann.

Als ich im Jahr 2017 begann, mit ADHS-Familien zu arbeiten, dachte ich oft, es bräuchte vor allem bessere Strategien: mehr Konsequenz, mehr Struktur, die richtigen Methoden.
Doch durch die vielen Begegnungen mit Kindern und Eltern hat sich mein Blick verändert. Ich habe verstanden, dass diese Kinder nicht absichtlich „schwierig“ sind. Viele von ihnen stehen innerlich unter Dauerstress. Hinter Wut, Widerstand oder Rückzug liegen oft Überforderung und die tiefe Sehnsucht, verstanden zu werden. Sie vergessen Dinge nicht, weil es ihnen egal ist und sie explodieren nicht, weil sie unerzogen sind. Sie erleben und verarbeiten die Welt anders.
Dieses Verständnis war für mich ein Wendepunkt. Mein Fokus verlagerte sich vom Korrigieren hin zum Verstehen der jeweiligen Menschen: Was braucht dieses Kind wirklich, um sich entwickeln zu können? Und was brauchen Eltern, um ihr Kind zu begleiten, ohne sich selbst dabei zu verlieren?
In meiner therapeutischen Arbeit erlebe ich täglich, wie viel sich verändern kann, wenn Menschen ADHS besser verstehen. Oft beginnt die Veränderung nicht mit einer neuen Methode, sondern mit dem Moment, in dem Schuldgefühle etwas weniger werden und Hoffnung und die «Ich kann das-Haltung» wieder Raum einnehmen darf. Auch wird klar, was alles schon sehr gut läuft und welche Stärken da sind. Ich erlebe immer wieder: wenn Klarheit entsteht und es weniger Druck gibt, gibt es weniger Streit, entspanntere Übergänge und mehr Verständnis: nicht, weil plötzlich alles problemlos läuft, sondern weil die Herausforderungen endlich verstanden und passend begleitet werden.
Als Psychomotorik-Therapeutin weiss ich, dass Fähigkeiten wie Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis und kognitive Flexibilität trainierbar sind. Deshalb unterstütze ich Familien und Menschen mit ADHS mit einer Kombination aus Nervensystemregulation, praktischen Strategien und konkreten Werkzeugen für den Alltag. Menschen mit ADHS brauchen nicht noch mehr Druck, sondern das Gefühl, verstanden und kompetent begleitet zu werden.
Im Zentrum meiner Arbeit stehen zwei wichtige Zugänge: Struktur und Nervensystemregulation. Menschen mit ADHS – Kinder wie Erwachsene – brauchen häufig gleichzeitig:
Klare Strukturen helfen dem Gehirn, Reize besser zu ordnen und den Alltag überschaubarer zu machen. Regulation hilft dem Nervensystem, sich zu beruhigen und wieder in einen Zustand zu kommen, in dem Lernen, Zuhören und Beziehung wieder möglich werden.
ADHS betrifft nicht nur Verhalten, sondern auch die Art, wie Reize verarbeitet werden. Deshalb beziehe ich Körperwahrnehmung und Nervensystemregulation in meine Arbeit mit ein: für mehr Sicherheit und Verständnis im Familienalltag.
Viele Menschen und Familien mit ADHS erleben über Jahre Stress, Kritik und das Gefühl, nicht zu genügen. Ich schaffe einen wertfreien Raum, in dem Herausforderungen ausgesprochen werden dürfen und sowohl die Bedürfnisse des Kindes als auch die der Erwachsenen Platz haben.
Jeder Mensch und Familie mit ADHS ist anders. Es gibt nicht den einen Weg für alle. Gemeinsam finden wir Strategien, die passen. Keine Standard-Rezepte, sondern individualisierte Werkzeuge, die sich im dichten Leben einfach umsetzen lassen.
Psychomotorik betrachtet den Menschen ganzheitlich: Körper, Gefühle, Verhalten und Entwicklung hängen zusammen. Gerade bei ADHS hilft dieser Ansatz dabei, Herausforderungen besser zu verstehen und praktische Wege für mehr Orientierung, Selbstvertrauen und Leichtigkeit im Alltag zu finden.
Die Kulturwissenschaft schafft ein fundiertes Verständnis für menschliches Verhalten, gesellschaftliche Prägungen und zwischenmenschliche Dynamiken. Dies unterstützt mich dabei ADHS ganzheitlich zu verstehen und komplexe Zusammenhänge verständlich zu vermitteln.
Ich arbeite als Psychomotorik-Therapeutin an öffentlichen Primarschulen und begleite Kinder mit ADHS sowie unterschiedlichen Entwicklungs- und Regulationsherausforderungen im schulischen Alltag. Dabei arbeite ich im heilpädagogisch-therapeutischen Bereich mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien. Dadurch kenne ich die Herausforderungen im Familiensystem ebenso wie die Anforderungen im Schulkontext sehr gut.